Al-Tahir al-Mardi ist wieder bei seiner Familie, während Rückkehrer nach Khartoum vor Ruinen stehen
Ein Lead-Video berichtet, dass der sudanesische Journalist Al-Tahir al-Mardi nach drei Jahren der durch Sudans Krieg verursachten Trennung wieder mit seiner Familie in Khartoum vereint ist. Die persönliche Wiedervereinigung steht in einem breiteren, fragilen Kontext der Rückkehr in die Hauptstadt: Die sudanesische Armee sagte, sie habe Khartoum 2025 von den Rapid Support Forces zurückerobert, während humanitäre Quellen sagen, Bewohner kehrten in Viertel zurück, in denen Häuser, Stromsysteme, Krankenhäuser und Wasserdienste schwer beschädigt wurden. Die European Commission beschreibt Sudan als die weltweit größte Vertreibungskrise, mit mehr als 9 Millionen Vertriebenen innerhalb des Landes und mehr als 4,4 Millionen Flüchtlingen in Nachbarstaaten. Die Rückkehr nach Khartoum ist daher kein klarer Nachkriegsmoment. Sie ist ein Test dafür, ob Zivilisten das Familienleben in einer Hauptstadt wiederaufbauen können, die weiterhin von Unsicherheit, zerstörter Infrastruktur, nicht explodierter Munition, Krankheitsrisiken und einem Konflikt geprägt ist, der anderswo in Sudan weitergeht.
Für belgische Leser ist dies vor allem eine internationale humanitäre und sicherheitspolitische Geschichte, keine lokale belgische. Sie ist für Einwohner, Wähler, Hilfsorganisationen, sudanesische Gemeinschaften in Belgien und Leser mit Interesse an EU-Politik relevant, weil die European Commission sagt, dass die EU Nothilfe, Sanktionen und Arbeit für humanitären Zugang im Zusammenhang mit Sudan finanziert. In Brussels ansässige EU-Institutionen sind Teil der Reaktion, während belgische Steuerzahler und NGOs indirekt mit Entscheidungen über Hilfe, Asyl, Durchsetzung von Sanktionen und diplomatischen Druck verbunden sind.
Al-Tahir al-Mardi (sudanesischer Journalist, der im Lead-Video als für Al Jazeera tätig identifiziert wird) ist die Person, deren Familienwiedervereinigung die Geschichte trägt. Khartoum (Sudans Hauptstadt am Zusammenfluss des Blauen und Weißen Nil) wurde nach dem Ausbruch der Kämpfe im April 2023 zu einem Hauptschlachtfeld. Sudanese Armed Forces, oder SAF (Sudans reguläres Militär, während des Krieges von Abdel Fattah al-Burhan geführt), kämpfte gegen die Rapid Support Forces. Rapid Support Forces, oder RSF (eine paramilitärische Truppe unter Führung von Mohamed Hamdan Dagalo, weithin bekannt als Hemedti), ging aus Milizstrukturen in Darfur hervor und wurde zu einem nationalen Machtzentrum. Port Sudan (Stadt am Roten Meer, die von den mit der Armee verbundenen Behörden als Kriegsbasis genutzt wurde) wurde während der schlimmsten Kämpfe in der Hauptstadt zu einem Ersatzregierungssitz. Darfur (Region im Westen Sudans mit einer langen Geschichte von Massengewalt und Vertreibung) bleibt zentral für den humanitären Notstand. Tawila (Stadt in North Darfur, die ein riesiges Lager für Vertriebene beherbergt) ist zu einem Symbol der Krise jenseits von Khartoum geworden.
Background
Der aktuelle Krieg begann am 15. April 2023, als ein Machtkampf zwischen den Sudanese Armed Forces und den Rapid Support Forces in Khartoum und anderen Regionen zu einem offenen Konflikt wurde. Sudan hatte bereits den Sturz von Omar al-Bashir 2019, den Militärputsch von 2021 und wiederholte gescheiterte Übergangsversuche durchlaufen. Im März 2025 sagte die Armee, sie habe wichtige Orte in Khartoum zurückerobert, darunter den Präsidentenpalast und den Flughafen. Frühere Präzedenzfälle sind wichtig: Die Massengewalt in Darfur ab 2003 führte zu lang anhaltender Vertreibung, Sanktionen und internationaler strafrechtlicher Prüfung, und der heutige Konflikt hat viele dieser Muster auf breiterer nationaler Ebene wiederbelebt.
Opposing perspectives
- Humanitäre Vertreter der European Commission
Die humanitäre Seite der European Commission beschreibt Sudan als die weltweit größte Vertreibungskrise und argumentiert, dass Hilfe, Schutz von Zivilisten, humanitärer Zugang und Druck auf die Parteien Priorität behalten müssen. Aus dieser Sicht sind Rückkehrbewegungen nach Khartoum kein Beweis für Erholung, solange grundlegende Dienste, Sicherheit und Zugang für Helfer nicht wiederhergestellt sind.
- Außenpolitische Institutionen des EU Council
Der Council Decision zufolge richten sich restriktive Maßnahmen gegen Akteure, die Sudans Stabilität und politischen Übergang untergraben. Dieser Rahmen behandelt den Konflikt nicht nur als Hilfsnotstand, sondern auch als Sanktions- und Rechenschaftsfall, bei dem Brussels Listungen, das Einfrieren von Vermögenswerten und Reiseverbote neben humanitärer Finanzierung einsetzen kann.
- Mit der Armee verbundenes Außenministerium Sudans
Das mit der Armee verbundene Außenministerium kritisierte den Berliner Geberprozess wegen unzureichender Konsultation mit sudanesischen Behörden. Diese Sicht stellt internationale Diplomatie als potenziell paternalistisch dar, wenn sie Reaktionen rund um Sudan finanziert oder entwirft, ohne dass die anerkannten staatlichen Institutionen eine zentrale Rolle spielen.
Sources & evidence
- Al Jazeera - Al Jazeera journalist reunited with family in Khartoum after years of war · 2026-06-17
- AP News - War-displaced Sudanese return to shattered Khartoum eager to rebuild lives and homes
- AP News - Drone strikes kill over 1,000 civilians in Sudan in the first 5 months of 2026, UN rights chief says · 2026-06-15
- European Commission Civil Protection and Humanitarian Aid Operations - Sudan · 2026-04-15
- EUR-Lex - Council Decision (CFSP) 2026/254 concerning restrictive measures in view of activities undermining the stabili · 2026-01-29
- The Guardian - More than £1bn pledged for Sudan as humanitarian crisis deepens · 2026-04-15
- Le Monde - 'We went through hell': Sudan's capital Khartoum slowly comes back to life · 2026-01-01
