Aymen Hussein führt Iraq zurück zur Weltmeisterschaft
Aymen Hussein ist zum Gesicht von Iraqs Rückkehr zur Weltmeisterschaft geworden: Er verwandelte eine von Vertreibung und familiären Verlusten geprägte Karriere in das entscheidende Tor einer historischen Qualifikationskampagne. Hussein hat gesagt, sein Vater, ein Offizier der Iraqi Army, sei getötet worden, als er ein Kind war, und sein Bruder sei später während der Zeit des Islamic State entführt worden. Auf dem Platz führt der Turnierplan der FIFA Iraq in Gruppe I mit France, Senegal und Norway, während Iraqs Trainerstab eine Qualifikationsroute beschrieben hat, die durch gesperrten Luftraum, Visa-Komplikationen und eine lange Reise nach Mexico erschwert wurde. Husseins später Siegtreffer im März gegen Bolivia brachte Iraq den ersten Weltmeisterschaftsplatz seit 1986. Die Geschichte ist in erster Linie ein Fußballprofil, zeigt aber auch, wie Nationalmannschaften aus konfliktbetroffenen Gesellschaften Bedeutungen weit über Ergebnisse hinaus tragen können, auch für irakische und arabische Gemeinschaften, die das Turnier von Belgium aus verfolgen.
Für Fußballfans in Belgium gibt Husseins Geschichte Iraq vor dem Beginn der Gruppe I einen klaren menschlichen Bezugspunkt. Für irakische, arabische und weitere Diaspora-Gemeinschaften in Brussels, Antwerp, Liège und anderswo ist Iraqs Rückkehr nicht nur ein sportliches Ergebnis, sondern ein gemeinsamer kultureller Moment. Belgische Zuschauer sehen zudem ein breiteres Muster der Weltmeisterschaft: Die erweiterte Qualifikation gibt mehr Ländern eine Bühne, während der Druck auf Spieler aus konfliktbetroffenen Hintergründen Teil der emotionalen Schwere des Turniers werden kann.
Aymen Hussein (irakischer Stürmer, 1996 in Hawija geboren) ist Iraqs führende Offensivfigur bei der Weltmeisterschaft 2026. Iraq national football team (die Männermannschaft der Iraq Football Association) kehrt erstmals seit Mexico 1986 zur Weltmeisterschaft zurück. Graham Arnold (australischer Trainer, 2025 bei Iraq berufen) führt die Mannschaft, nachdem er Australia zuvor bei der Weltmeisterschaft 2022 in die K.-o.-Runde geführt hatte. René Meulensteen (niederländischer Assistenztrainer und ehemaliger Trainer der ersten Mannschaft von Manchester United) gehört zu Iraqs Stab. Hawija (Distrikt im Gouvernement Kirkuk, Nord-Iraq) war stark von Konflikt und Kontrolle durch den Islamic State betroffen. Kirkuk (ölreiche, multiethnische Provinz im Nord-Iraq) ist Husseins Heimatregion. FIFA World Cup 2026 (Turnier mit 48 Mannschaften in Canada, Mexico und the United States) ist die erweiterte Ausgabe des größten Fußballereignisses. Bolivia (südamerikanische Nationalmannschaft) verlor das entscheidende Play-off in Mexico gegen Iraq.
Background
Iraqs Fußballgeschichte hat sich wiederholt mit nationalen Krisen überschnitten. Die Mannschaft erreichte die Weltmeisterschaft 1986 in Mexico, schied jedoch in der Gruppenphase ohne Punkt aus. 2004 erreichte Iraq das olympische Halbfinale in Athens, ein Ergebnis, das weithin als seltener einigender Moment nach der von den USA geführten Invasion verstanden wurde. 2007 gewann Iraq den Asian Cup in Jakarta und besiegte Saudi Arabia im Finale nach einem Turnier, das ausgetragen wurde, während zu Hause die konfessionelle Gewalt anhielt. Husseins Qualifikationstor für 2026 passt daher in ein älteres Muster: Irakischer Fußball wird immer wieder zu einem nationalen Symbol, wenn das gewöhnliche politische Leben nur wenige gemeinsame Feiern bietet.
Sources & evidence
- Al Jazeera - ‘Lion of Mesopotamia’: How Aymen Hussein beat tragedy to reach World Cup · 2026-06-14
- AP News - After a harrowing travel ordeal, Iraq faces Bolivia for a 2026 World Cup spot · 2026-03-31
- The Guardian - ‘It was madness in Baghdad’: René Meulensteen on coaching Iraq and helping Ronaldo · 2026-06-09
- FIFA - FIFA World Cup 26 tournament hub
- FourFourTwo - Iraq World Cup 2026 squad: Graham Arnold's final 26-man selection · 2026-06-07
