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Sport
ANALYSE

FIFA verteidigt Rekordpreise für die Weltmeisterschaft zum Auftakt des Turniers mit 48 Teams

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat das Preismodell der Weltmeisterschaft 2026 verteidigt, während das erweiterte Turnier in Nordamerika beginnt, und damit eine Änderung des sportlichen Formats zu einem umfassenderen Test der kommerziellen Grenzen des Fußballs gemacht. FIFA sagt, das Turnier umfasse nun 48 Teams und 104 Spiele in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko vom 11. Juni bis 19. Juli. Infantino sagte, Tickets für Gruppenspiele begännen bei 140 Dollar, während eine Prüfung der FIFA-Listen durch AP ergab, dass reguläre Plätze für das Finale bis in den fünfstelligen Bereich steigen und Hospitality-Plätze noch deutlich höher liegen. FIFA sagt, sie habe außerdem 130.000 günstigere Tickets für nationale Verbände angeboten und erwarte mindestens 11 Milliarden Dollar Turniererlöse. Für Belgien ist die Frage ebenso praktisch wie symbolisch: Belgische Fans, die den Red Devils in Gruppe G folgen, stehen vor einem Turnier, das von transatlantischen Reisen, hohen Preisen und nächtlichen Übertragungszeiten zu Hause geprägt ist.

Belgium Impulse Editorial·12 June 2026·2 min read·6 sources
Key signal

Belgische Fußballfans, Familien, die Fernsehabende planen, Sportbars, Sender und alle, die eine Reise nach Nordamerika erwägen, sind mit den konkreten Folgen von FIFAs größerem und teurerem Weltmeisterschaftsmodell konfrontiert. FIFAs Spielplan legt Belgiens Spiele in Gruppe G an die Westküste Nordamerikas, was hohe Reisekosten für Auswärtsfans und ungünstige belgische Anstoßzeiten bedeutet. Die größere Frage für belgische Leser ist, ob das größte öffentliche Ereignis des Fußballs zugänglich bleibt, wenn FIFA es zunehmend wie ein Premiumprodukt des US-Sports bepreist.

FIFA (der in Zürich ansässige Weltfußballverband, gegründet 1904) besitzt die kommerziellen Rechte und Turnierregeln der Weltmeisterschaft. Gianni Infantino (FIFA-Präsident seit 2016, wiedergewählt 2019 und 2023) hat Erweiterung und Umsatzwachstum zu zentralen Themen seiner Amtszeit gemacht. Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 (das Männerturnier vom 11. Juni bis 19. Juli 2026) ist laut FIFAs Turniermaterial die erste Ausgabe mit 48 Teams und 104 Spielen. Donald Trump (Präsident der Vereinigten Staaten, seit Januar 2025 in seiner zweiten Amtszeit) leitet die White-House-Taskforce zur Weltmeisterschaft für die Gastgeberrolle der USA. Die Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko (die drei gemeinsamen Gastgeberländer) teilen sich das Turnier, wobei die meisten Spiele in den USA stattfinden. Belgiens Red Devils (Belgiens Fußballnationalmannschaft der Männer) sind laut FIFAs veröffentlichtem Spielplan in Gruppe G mit Ägypten, Iran und Neuseeland.

Background

FIFAs kommerzielle Wende begann nicht 2026. Der FIFA-Rat billigte die Erweiterung auf 48 Teams im Januar 2017, und FIFA wechselte später von einem vorgeschlagenen Format mit 80 Spielen zu 104 Spielen. Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar testete bereits die Toleranz des Fußballs gegenüber politischer Kontroverse, Winterterminierung und menschenrechtlicher Prüfung. Der Vergleich der FIFA-Preisspannen durch AP zeigt, dass das Turnier 2026 deutlich über das Ticketniveau der Katar-Ära gestiegen ist, während FIFA sagt, das größere Paket aus Preisgeldern und Teamunterstützung spiegele die Kosten des Spielbetriebs in ganz Nordamerika wider. Auch die WM 1994 in den USA kommerzialisierte den Sport in einem großen US-Markt, allerdings in einem deutlich kleineren Format.

OIS Intelligence

Opposing perspectives

  1. FIFA / Gianni Infantino

    Infantino argumentiert, dass FIFAs Preisgestaltung den nordamerikanischen Sportmarkt widerspiegele und mehr Wert innerhalb des Fußballs halte, statt ihn Zweitverkäufern zu überlassen. Er verweist außerdem auf FIFAs günstigere Zuteilung über nationale Verbände als Beleg dafür, dass die Organisation versuche, den Zugang zu bewahren und zugleich eine außergewöhnliche Nachfrage zu steuern.

  2. Fans und Befürworter des Verbraucherzugangs

    Kritiker des Fan-Zugangs argumentieren, dass die öffentliche Identität des Turniers durch Premiumpreise, Fernreisen und von FIFA kontrollierte Wiederverkaufsmechanismen überdehnt werde. Ihr stärkstes Argument ist, dass eine Weltmeisterschaft ihre Legitimität aus breiter Beteiligung gewinnt, nicht nur aus ausverkauften Finals oder Rekorderlösen.

  3. Teilnehmende Verbände

    Die Sorge einiger nationaler Verbände gilt weniger der Außenwirkung der Ticketpreise als den Betriebskosten. Der FIFA-Rat erhöhte Grundzahlungen und Vorbereitungshilfen, nachdem Verbände gewarnt hatten, dass Reisen, Unterbringung und Steuerbelastungen in Nordamerika Teams finanziell unter Druck setzen könnten, sofern sie nicht weit im Turnier vorankämen.