Gulf states weigh security reset as Iran talks edge forward
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International
ANALYSE

Golfstaaten erwägen sicherheitspolitische Neuordnung, während Iran-Gespräche vorankommen

Die Regierungen der Golfstaaten dürften ihr Sicherheitsmodell neu bewerten, falls Washington und Teheran die aktuelle Waffenstillstandsdiplomatie in eine dauerhafte Regelung überführen. Die zentrale Frage ist noch kein formeller Vertrag, sondern eine strategische Lehre: Die Staaten des Gulf Cooperation Council stützten sich jahrzehntelang auf einen US-zentrierten Sicherheitsschirm, doch der Iran-Krieg brachte Golfstädte, Energieanlagen und Schifffahrtsrouten in die Schusslinie. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, die Sicherung der freien Schifffahrt durch die Straße von Hormuz nach dem Krieg werde mehr Schiffe und möglicherweise eine ausgeweitete EU-Marinemission erfordern. Die Schnellbewertung von UNCTAD besagt, dass die Meerenge rund ein Viertel des weltweiten seegestützten Ölhandels sowie erhebliche LNG- und Düngemittelflüsse trägt, wodurch jede neue Sicherheitsarchitektur am Golf zu einer globalen Wirtschaftsfrage wird. Für Belgien ist die Relevanz indirekt, aber real: Energiepreise, Versandkosten, EU-Diplomatie und Entscheidungen zur maritimen Sicherheit laufen alle über Institutionen und Märkte mit Bezug zu Brussels.

Belgium Impulse Editorial·12 June 2026·3 min read·6 sources
Key signal

Belgische Haushalte, Logistikunternehmen, Landwirte und energieintensive Betriebe spüren Instabilität am Golf eher über Kraftstoff-, Gas-, Düngemittel- und Frachtpreise als über die Geografie des Schlachtfelds. Die Schnellbewertung von UNCTAD besagt, dass höhere Energie-, Düngemittel-, Transport- und Versicherungskosten Lebensmittelpreise und den Druck auf Haushalte verstärken können. Mitarbeitende der EU-Institutionen, belgische Diplomaten und Verteidigungsbeamte haben ebenfalls ein direktes politisches Interesse, weil die Europäische Union abwägt, ob ihre Mission zur maritimen Sicherheit nach dem Ende der Feindseligkeiten rund um Hormuz mehr leisten sollte.

Der Gulf Cooperation Council (1981 von Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gegründeter regionaler Block) ist das wichtigste arabische Golfforum in dieser Geschichte. Die Straße von Hormuz (enge Wasserstraße zwischen Iran, Oman und den VAE) ist eine kritische Route für Energieexporte aus dem Golf. EUNAVFOR Operation Aspides (2024 im Rahmen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik gestartete EU-Marinemission) schützt die Handelsschifffahrt vor Angriffen im Roten Meer und könnte angepasst werden. Kaja Kallas (EU-Außenbeauftragte seit 2024) leitet die externe Sicherheitsdiplomatie des Blocks. UNCTAD (UN Trade and Development, in Genf ansässiges UN-Gremium) analysiert Handels- und Entwicklungsschocks. Die Hormuz Peace Initiative (2019 angekündigter iranischer Vorschlag) zielte auf einen regionalen Sicherheitsrahmen unter Beteiligung der Golfstaaten und Irans. Pakistan (südasiatischer Staat mit Atomwaffen) hat in Teilen der Diplomatie von 2026 als Vermittler agiert.

Background

Die Sicherheit am Golf ist wiederholt zwischen US-Schutz, regionaler Verständigung und Krisenmanagement hin- und hergeschwungen. Während des Tankerkriegs der 1980er Jahre eskortierten die Vereinigten Staaten kuwaitische Tanker im Rahmen von Operation Earnest Will durch die Gewässer des Golfs. 2019 schlug Iran die Hormuz Peace Initiative vor, doch das Vertrauen der arabischen Golfstaaten blieb begrenzt. Im März 2023 vermittelte China die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Iran, was zeigte, dass die Golfstaaten ihre Diplomatie bereits vor dem Krieg von 2026 diversifizierten. Die aktuelle Debatte greift diese Präzedenzfälle unter deutlich akuteren Bedingungen wieder auf: Angriffe, gestörte Schifffahrt und Unsicherheit darüber, ob Washingtons Garantien Risiken verringern oder importieren.

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Impact

Regional — Die EU-Ebene ist der deutlichste institutionelle Kanal: Der Europäische Auswärtige Dienst beschreibt Operation Aspides als defensive EU-Operation zur maritimen Sicherheit, und Kaja Kallas hat jede Nachkriegsrolle bei Hormuz mit mehr europäischen Schiffen verknüpft. Belgiens föderale Ebene ist über Außen-, Verteidigungs- und Energiesicherheitspolitik betroffen, während Flandern durch den Port of Antwerp-Bruges und die Gas- und Logistikrolle von Zeebrugge praktisch exponiert ist. Wallonien und Brussels sind weniger direkt betroffen, vor allem über Verbraucherpreise, Geschäftskosten und EU-Politikgestaltung in Brussels.

Opposing perspectives

  1. EU-Außenpolitikbeamte

    Die öffentliche Linie von Kaja Kallas rahmt Hormuz als Problem der freien Schifffahrt, das Europa nicht vollständig Washington überlassen kann. Die stärkste Version dieser Sichtweise lautet, dass EU-Schiffe, Minenräumkapazitäten und mögliche Versicherungsunterstützung den Handel schützen würden, ohne Europa zu einer Kriegspartei im Iran-Krieg zu machen.

  2. Sicherheitsapparate der arabischen Golfstaaten

    Die Staaten des Gulf Cooperation Council können argumentieren, dass der Krieg die Grenzen ausgelagerter Sicherheit offengelegt hat: US-Stützpunkte mögen einige Bedrohungen abschrecken, können die Gastgeberstaaten aber auch zu Zielen machen. Ihr stärkstes Argument spricht für ein hybrides Modell: US-Verbindungen beibehalten, lokale Verteidigungsindustrien ausbauen und Kanäle nach Teheran wieder öffnen.

  3. Iranische Befürworter regionaler Sicherheit

    Befürworter eines regionalen Rahmens können auf die Hormuz Peace Initiative von 2019 verweisen und argumentieren, dass dauerhafte Sicherheit am Golf nicht von äußeren Mächten importiert werden kann. Das harte Gegengewicht ist die Glaubwürdigkeit: Raketen- und Drohnenangriffe auf benachbarte Golfstaaten machen jede Nichtangriffsformel von verändertem iranischem Verhalten abhängig.