Image illustrating: San Andreas Fault (editorial)
James St. John / Wikimedia Commons — CC BY 2.0
International
WISSENSCHAFT

Wissenschaftler der University of Hawaiʻi kartieren Rekordbelastung an San-Andreas-Verwerfungen

Eine von der University of Hawaiʻi at Mānoa geleitete Studie besagt, dass modellierte tektonische Spannungen an den Verwerfungssystemen San Andreas und San Jacinto in Southern California die höchsten für die vergangenen 1.000 Jahre rekonstruierten Werte erreicht und stellenweise überschritten haben. Die Studie sagt kein Erdbebendatum voraus; sie argumentiert, dass sich das Verwerfungsnetzwerk in einem stark belasteten Zustand befindet und dass Cajon Pass, wo die Systeme interagieren, einen Bruch zwischen Verwerfungen entweder blockieren oder weiterleiten könnte. Das ist relevant, weil ein Bruch über mehrere Verwerfungen Los Angeles, San Bernardino, Riverside und das Coachella Valley stärker treffen könnte als ein Ereignis an nur einer Verwerfung. Für Leser von Belgium Pulse ist die Geschichte vor allem internationale Wissenschaft: Sie schärft das Verständnis von Risiken in einer Region, die mit globalem Reisen, Technologie, Logistik und Forschungsnetzwerken verbunden ist, und zeigt zugleich, warum Gefahrenplanung auf Wahrscheinlichkeiten und Infrastrukturresilienz beruht statt auf Erdbebenvorhersage.

Belgium Impulse Editorial·12 June 2026·2 min read·5 sources
Key signal

Belgische Einwohner, Unternehmen, Studierende und Familien mit Reise-, Studien-, Berufs- oder Familienbezügen zu California sollten dies als Geschichte zur Risikoplanung lesen, nicht als Warnung, dass ein Beben unmittelbar bevorsteht. Belgische Unternehmen mit Verbindungen zu kalifornischer Technologie, Häfen, Unterhaltung, Versicherungen oder Forschungspartnerschaften könnten ebenfalls indirekte Störungen erleben, falls ein schweres Erdbeben in Southern California eintritt. Für Leser aus der öffentlichen Sicherheit in der EU und in Belgien lautet die allgemeinere Lehre: Moderne Gefahrenwissenschaft kann Bauvorschriften, Notfallplanung und Infrastrukturinvestitionen verbessern, ohne zu beanspruchen, den exakten Tag einer Katastrophe vorherzusagen.

Die San Andreas Fault (Californias wichtige Blattverschiebungsgrenze zwischen der Pazifischen und der Nordamerikanischen Platte) ist eine der weltweit bekanntesten seismischen Gefahren. Das San-Jacinto-Verwerfungssystem (eine hochaktive Verwerfungszone in Southern California, die vom San-Andreas-System abzweigt) verläuft durch die Binnenregion östlich von Los Angeles. Cajon Pass (ein Gebirgskorridor zwischen den San Bernardino und San Gabriel ranges) ist der Ort, an dem die beiden Systeme interagieren können. Die University of Hawaiʻi at Mānoa (öffentlicher Forschungscampus in Honolulu) leitete die neue Modellierungsarbeit. Journal of Geophysical Research: Solid Earth (begutachtete geowissenschaftliche Fachzeitschrift der American Geophysical Union) veröffentlichte die Studie. Der U.S. Geological Survey (US-Bundeswissenschaftsbehörde) erstellt nationale Erdbebengefahrenmodelle. UCERF3 (2013 Uniform California Earthquake Rupture Forecast) ist Californias offizielles, von mehreren Institutionen getragenes Erdbebenbruchmodell. Los Angeles, San Bernardino, Riverside und das Coachella Valley sind Bevölkerungs- und Infrastrukturzonen in Southern California, die schweren Erschütterungsszenarien ausgesetzt sind.

Background

Der UCERF3-Bericht des U.S. Geological Survey, der erstmals 2013 veröffentlicht wurde, besagt, dass die Erdbebenvorhersage für California bereits von starren Annahmen zu einzelnen Verwerfungen abgerückt war, indem sie in der Natur beobachtete Brüche über mehrere Verwerfungen einbezog. Das Fort-Tejon-Erdbeben von 1857, das üblicherweise auf etwa Magnitude 7,9 geschätzt wird, brach einen langen südlichen Abschnitt der San-Andreas-Verwerfung auf und bleibt der zentrale historische Vergleichsmaßstab für die Region. Das San-Francisco-Erdbeben von 1906 zeigte das zerstörerische Potenzial desselben Verwerfungssystems weiter nördlich. Das 2008 veröffentlichte USGS ShakeOut Scenario modellierte ein Erdbeben der Magnitude 7,8 an der südlichen San-Andreas-Verwerfung, um Folgen für Notfallmanagement, Wirtschaft und Infrastruktur zu testen.

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Opposing perspectives

  1. Von der University of Hawaiʻi at Mānoa geleitetes Forschungsteam

    Die Studie ordnet den Befund als Beitrag zur Vorsorge ein: Spannungsmodellierung kann Gefahrenbewertungen, Infrastrukturplanung und Notfallbereitschaft verfeinern, während die Autoren ausdrücklich erklären, dass sie nicht als Vorhersage gelesen werden sollte, wann ein Erdbeben eintreten wird.

  2. Gefahrenmodellierungs-Community des U.S. Geological Survey

    Der USGS-UCERF3-Rahmen behandelt das Risiko in California als probabilistisches System über mehrere Verwerfungen hinweg und nicht als uhrartigen Countdown. Aus dieser Perspektive ist die neue Studie am nützlichsten, wenn sie Szenariodesign und Annahmen in Bauvorschriften verbessert, nicht wenn sie in eine deterministische Vorhersage umgedeutet wird.