Image illustrating: Sam Bankman-Fried (editorial)
International
KRYPTO-JUSTIZ

US-Berufungsgericht bestätigt Betrugsverurteilung von Sam Bankman-Fried im FTX-Fall

Das 2nd U.S. Circuit Court of Appeals hat die Verurteilung von Sam Bankman-Fried aus dem Jahr 2023 wegen Betrugs und Verschwörung bestätigt; damit bleibt die nach dem Zusammenbruch von FTX verhängte 25-jährige Haftstrafe bestehen. Das Berufungsgericht befand, dass das Verfahren nicht unfair war und dass die Beweise der Anklage den Schuldspruch der Geschworenen stützten. Bankman-Fried hatte argumentiert, Entscheidungen im Prozess und die Anweisungen an die Geschworenen hätten ihn daran gehindert, seine Verteidigung angemessen vorzutragen, doch das Richtergremium wies diese Anfechtung zurück. Die Entscheidung beendet nicht alle Rechtswege: Er könnte eine erneute Anhörung beantragen oder den U.S. Supreme Court bitten, den Fall anzunehmen, und sein separates Gnadengesuch bleibt ein politischer statt ein gerichtlicher Weg. Für europäische Leser fällt das Urteil in die Zeit nach dem vollständigen Anwendbarwerden der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte und unterstreicht, warum Regulierungsbehörden Krypto-Plattformen, Verwahrung und Offenlegung näher an die Aufsicht konventioneller Finanzmärkte heranführen wollten.

Belgium Impulse Editorial·12 June 2026·2 min read·6 sources
Key signal

Dies ist vor allem ein US-Strafurteil, doch es ist für belgische Verbraucher, Kleinanleger, Fintech-Beschäftigte, Banken und Kryptounternehmen relevant, weil FTX eine globale Plattform war und ihr Zusammenbruch den Vorstoß der EU zu einer strengeren Kryptoaufsicht geprägt hat. Der MiCA-Rahmen der EU gibt der belgischen FSMA und anderen nationalen Aufsehern nun ein gemeinsames Regelwerk für Anbieter von Kryptodienstleistungen. Das Urteil verdeutlicht zudem eine breitere Lehre für belgische Anleger: Plattformmarken, Prominentenmarketing und Offshore-Strukturen ersetzen keine Verwahrungsschutzmaßnahmen, Offenlegung und durchsetzbaren Rechte.

Sam Bankman-Fried (amerikanischer Unternehmer, geboren 1992, Mitgründer von FTX) wurde vor seiner Verurteilung zu einem der bekanntesten Manager der Kryptobranche. FTX (auf den Bahamas ansässige Kryptowährungsbörse, gegründet 2019) brach im November 2022 zusammen, nachdem eine Liquiditätskrise den Missbrauch von Kundenvermögen offenlegte. Alameda Research (2017 von Bankman-Fried mitgegründetes Krypto-Handelsunternehmen) war der mit FTX verbundene Handelsarm und stand im Zentrum des Anklagefalls. Das 2nd U.S. Circuit Court of Appeals (Bundesberufungsgericht in Manhattan mit Zuständigkeit für New York, Connecticut und Vermont) prüfte die Fairness des Verfahrens. Richter Lewis A. Kaplan (US-Bezirksrichter in Manhattan) führte den Vorsitz im Prozess von 2023 und verhängte 2024 das Strafmaß. Barrington D. Parker (US-Berufungsrichter) verfasste die Stellungnahme des Berufungsgremiums. Die Markets in Crypto-Assets Regulation, kurz MiCA (EU-Verordnung 2023/1114, 2023 angenommen und seit Dezember 2024 vollständig anwendbar), legt EU-Regeln für Emittenten von Kryptowerten und Dienstleister fest.

Background

FTX stellte am 11. November 2022 Insolvenzantrag, nachdem Kunden massenhaft Gelder abziehen wollten und die Börse die Forderungen nicht erfüllen konnte. Bankman-Fried wurde am 2. November 2023 verurteilt und am 28. März 2024 zu einer Haftstrafe verurteilt. Der Fall folgte früheren Präzedenzfällen von Finanzbetrug, bei denen charismatische Gründer und komplexe Produkte grundlegenden Missbrauch von Kundenvermögen verdeckten, darunter der Zusammenbruch von Enron im Jahr 2001 und die Aufdeckung des Ponzi-Systems von Bernard Madoff im Jahr 2008. Eine Forschungsarbeit von David Vidal-Tomás, Antonio Briola und Tomaso Aste aus dem Jahr 2023 kam zu dem Ergebnis, dass das Scheitern von FTX auch Fragilität und Zentralisierung in vermeintlich dezentralen Kryptomärkten offenlegte.

OIS Intelligence

Opposing perspectives

  1. Berufungsgerichtsgremium

    Der stärkste Rahmen des Gerichts ist, dass dies ein konventioneller Betrugsfall mit einer ausreichenden Prozessakte war, kein Referendum über Krypto-Innovation. Das Gremium befand, dass die Beweise den Schuldspruch der Geschworenen stützten, und wies das Argument zurück, die Prozessführung oder die Anweisungen an die Geschworenen hätten Bankman-Fried eine faire Möglichkeit zur Verteidigung verweigert.

  2. Verteidigungsteam von Bankman-Fried

    Der Rahmen der Verteidigung lautet, dass der Prozess die Darstellung zu stark verengte und die Geschworenen daran hinderte, Beweise zu hören, die eine weniger strafrechtliche Interpretation des Zusammenbruchs von FTX hätten stützen können. Bankman-Frieds Seite hat argumentiert, dass die Struktur von FTX, Aussagen zur Zahlungsfähigkeit und Rechtsberatung den Geschworenen nicht fair dargestellt wurden.

  3. EU-Finanzaufsichtsbehörden

    Der regulatorische Rahmen lautet, dass FTX gezeigt hat, warum Krypto-Plattformen, die Kundenvermögen verwalten, klare Regeln für Zulassung, Governance, Offenlegung und Verwahrung benötigen. MiCA beseitigt das Anlagerisiko nicht, gibt EU-Aufsehern aber eine gemeinsame Grundlage, um Anbieter von Kryptodienstleistungen zu überwachen und regulatorische Arbitrage zu verringern.