US-Einreiseregeln stellen Iran-Fans vor Belgiens WM-Spiel ins Abseits
Irans WM-Kampagne ist zu einem Test dafür geworden, wie weit die Sicherheitspolitik eines Gastgeberlandes ein globales Fußballturnier prägen kann. Die Iranian Football Federation sagt, ihre offizielle Ticketzuteilung für Spiele der Gruppe G in den Vereinigten Staaten sei zurückgezogen worden, während FIFA erklärt, sie arbeite mit dem Verband an regelkonformen Wegen, damit iranische Anhänger teilnehmen können. US-Beamte sagen, Irans Spieler und notwendige Mitarbeiter hätten Visa erhalten, doch einige andere Bewerber mit Verbindung zur Delegation seien abgelehnt worden. Der Spielplan der FIFA setzt Iran am 15. Juni gegen New Zealand, am 21. Juni gegen Belgium und am 26. Juni gegen Egypt an, wobei das Belgien-Spiel in Inglewood nahe Los Angeles stattfindet. Für die Red Devils ist die sportliche Frage einfach: Punkte in Gruppe G. Rund um das Spiel haben Irans Fans, die Teambasis in Tijuana und US-Reisebeschränkungen Belgiens zweites Gruppenspiel jedoch zu einer der politisch aufgeladensten Partien des Turniers gemacht.
Belgische Fußballanhänger, Sender und reisende Fans stehen nun vor einem Belgium-Iran-Spiel, das nicht nur von Taktik, sondern auch von Ungleichgewicht auf den Rängen und Sicherheitspolitik geprägt ist. Die Belgian Football Association und die Red Devils haben keine Kontrolle über die US-Visapolitik, doch der FIFA-Spielplan rückt Belgium direkt in den Streit. Für belgische Zuschauer ist die Frage auch ein Vorgeschmack darauf, wie die erweiterte Weltmeisterschaft die Fairness beeinflussen kann, wenn Einreiseregeln des Gastgeberlandes begrenzen, welche Anhänger, Funktionäre und Journalisten teilnehmen können.
Iran (Islamische Republik in Westasien, seit 2025 unter US-Reisebeschränkungen) hat sich für seine siebte Männer-Weltmeisterschaft qualifiziert. FIFA (Weltfußballverband mit Sitz in Zürich, gegründet 1904) organisiert das Turnier und kontrolliert das WM-Ticketing. Die Football Federation Islamic Republic of Iran (Irans nationaler Fußballverband, bekannt als FFIRI) vertritt Iran in FIFA-Angelegenheiten. Belgiens Red Devils (belgische Männer-Fußballnationalmannschaft) treffen in Gruppe G auf Iran. Gruppe G (WM-Erstrundengruppe) umfasst außerdem Egypt und New Zealand. Inglewood (Stadt im Los Angeles County) richtet das Belgium-Iran-Spiel am Standort Los Angeles Stadium aus. Tijuana (mexikanische Grenzstadt gegenüber California) ist Irans verlegte Basis. Das U.S. State Department (Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten) beaufsichtigt Visa. Die White House FIFA task force (US-Bundeskoordinationsgremium für das Turnier 2026) wird öffentlich durch Andrew Giuliani vertreten. Das Islamic Revolutionary Guard Corps (iranische militärisch-politische Kraft, die von den USA als Terrororganisation eingestuft wird) steht im Zentrum der US-Prüfbedenken.
Background
Die Vergabe der Weltmeisterschaft 2026 an die United States, Canada und Mexico durch FIFA im Jahr 2018 enthielt bereits eine migrationspolitische Frage, weil die Reiseverbote aus Donald Trumps erster Amtszeit während der Bewerbung Bedenken ausgelöst hatten. FIFA-Präsident Gianni Infantino sagte 2017, qualifizierte Teams, Funktionäre und Anhänger bräuchten Zugang zum Gastgeberland. Das WM-Spiel United States-Iran 1998 in Lyon wurde zu einem seltenen diplomatischen Bild, bei dem Spieler vor Irans 2:1-Sieg Blumen austauschten. Bis 2022 waren Irans Spiele in Qatar erneut politisch aufgeladen, mit Protesten rund um die Nationalmannschaft und den iranischen Staat.
Opposing perspectives
- Football Federation Islamic Republic of Iran
Die Iranian Football Federation sagt, der Entzug ihrer offiziellen Ticketzuteilung verwandle ein Sportereignis in einen politischen Wettbewerb und verweigere iranischen Anhängern denselben Zugangsmechanismus, den andere Verbände erhalten. Ihr stärkstes Argument ist die Wettbewerbsfairness: Wenn Rivalen in Gruppe G Unterstützung über FIFA-Kanäle organisieren können, sollte Iran nicht als Einziger dieses Weges beraubt werden.
- U.S. government / White House FIFA task force
US-Beamte sagen, das Gastgeberland wäge Turnierzugang gegen nationale Sicherheitsprüfungen ab. Ihr stärkstes Argument ist, dass Spieler und notwendige Betreuer für Spiele einreisen können, während Personen, die außerhalb dieser essenziellen sportlichen Kategorie gesehen werden oder mit US-Sicherheitsbedenken verbunden sind, nicht denselben Zugang erhalten.
- FIFA tournament organisers
FIFA erklärt, sie suche nach regelkonformen Lösungen für iranische Anhänger, was den Streit als operatives Problem darstellt, das durch Recht und Sanktionen des Gastgeberlandes begrenzt wird, und nicht als rein sportliche Entscheidung. Ihre stärkste Position ist, dass sie das Turnier am Laufen halten muss, während sie das rechtliche Umfeld im Gastgeberstaat respektiert.
Sources & evidence
- Al Jazeera - Video: What Iran’s football fans think about the World Cup · 2026-06-12
- AP News - Iran soccer body claims fans’ tickets for World Cup games in the US have been revoked · 2026-06-09
- AP News - Iran’s World Cup team approved for visas to play games in the US, officials say · 2026-06-06
- The Guardian - World Cup 2026 visa chaos: from referee Omar Artan to Iranian officials · 2026-06-09
- Axios - Iran faces Trump’s World Cup gauntlet · 2026-06-07
- FIFA - FIFA World Cup 26 match schedule
- Federal Register - Proclamation 10949, Restricting the Entry of Foreign Nationals · 2025-06-10
- FourFourTwo - Iran furious at integrity of World Cup 2026 planning after latest allocation withdrawal · 2026-06-09
