US-Behörden schließen somalischen Schiedsrichter vom WM-Einsatz aus
US-Grenzbehörden haben Omar Abdulkadir Artan, dem somalischen Schiedsrichter, den FIFA für die Weltmeisterschaft 2026 ausgewählt hatte, die Einreise verweigert, nachdem U.S. Customs and Border Protection von zusätzlichen Kontroll- und Überprüfungsbedenken gesprochen hatte. FIFA erklärte, die Gastgeberregierungen entschieden über die Zulassung, und bestätigte, dass Artan beim Turnier nicht trainieren oder Spiele leiten kann, solange sein Status unverändert bleibt. Der Fall macht aus einem logistischen Problem der Weltmeisterschaft einen Test dafür, wie weit die Einwanderungsbefugnisse eines Gastgeberstaats in ein globales Sportereignis hineinreichen können. Die White House FIFA World Cup Task Force verteidigte die Entscheidung mit Sicherheitsgründen, während somalische Sportfunktionäre erklärten, sie suchten nach einer Lösung, und Artan sagte, er habe gültige Turnierdokumente besessen. Für Belgien ist der unmittelbare Bezug begrenzt, aber real: Belgische Fans und Funktionäre verfolgen ein Turnier, das teilweise unter strengeren US-Grenzregeln ausgetragen wird, und Belgiens Gruppe umfasst Iran, ein weiteres Land, das von US-Einreisebeschränkungen betroffen ist.
Für belgische Fußballfans, Reisebüros, Rundfunkveranstalter und den belgischen Verband ist der Fall Artan eine Erinnerung daran, dass die Weltmeisterschaft 2026 auch eine Einwanderungs- und Sicherheitsoperation ist. Belgische Staatsbürger sind nicht von dem genannten Reiseverbot betroffen, doch Fans, die zu Spielorten in den USA reisen, können mit strengeren Grenzkontrollen und mehr Störungen rund um politisch sensible Begegnungen konfrontiert werden. Belgiens Spiel in Gruppe G gegen Iran in Los Angeles macht die breitere Visafrage für belgische Zuschauer und mitreisende Fans zu mehr als nur fernem Turniergeräusch.
Omar Abdulkadir Artan (somalischer internationaler Fußballschiedsrichter, seit 2018 auf der FIFA-Liste) wurde für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ausgewählt, bevor ihm die Einreise in die USA verweigert wurde. FIFA (in Zürich ansässiger Weltfußballverband, gegründet 1904) ernennt die Spieloffiziellen der Weltmeisterschaft, kontrolliert aber nicht die Grenzentscheidungen des Gastgeberlands. U.S. Customs and Border Protection (US-Bundesgrenzbehörde unter dem Department of Homeland Security) erklärte, Artan sei nach einer Kontrolle als nicht einreiseberechtigt eingestuft worden. Die White House FIFA World Cup Task Force (US-Bundeskoordinierungsgremium für die Club-Weltmeisterschaft 2025 und die Weltmeisterschaft 2026) hat strenge Einreisekontrollen verteidigt. Somalia (Staat am Horn von Afrika mit einem langjährigen al-Shabab-Aufstand) ist in der US-Proklamation zum Reiseverbot von 2025 aufgeführt. Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 (11. Juni bis 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten) ist die erste Männer-Weltmeisterschaft mit 48 Teams. Belgiens Red Devils (belgische Fußballnationalmannschaft der Männer) stehen in Gruppe G mit Ägypten, Iran und Neuseeland.
Background
Der rechtliche Hintergrund reicht vor diese Weltmeisterschaft zurück. Die Entscheidung Trump v. Hawaii des U.S. Supreme Court vom 26. Juni 2018 bestätigte eine weitreichende Befugnis des Präsidenten nach 8 U.S.C. 1182(f), die Einreise ausländischer Staatsangehöriger aus Gründen der nationalen Sicherheit auszusetzen. Am 4. Juni 2025 veröffentlichte das Weiße Haus eine neue Proklamation, die die Einreise für Staatsangehörige von 12 Ländern, darunter Somalia und Iran, vollständig beschränkt, mit genannten Ausnahmen für Sportler, Teams, Trainer, notwendiges Betreuungspersonal und unmittelbare Angehörige, die zu großen Sportereignissen reisen. Artans Fall zeigt, dass ein Visum oder eine sportbezogene Ausnahme eine spätere Zulässigkeitsentscheidung an der Grenze nicht zwangsläufig verhindert.
Opposing perspectives
- US-Grenzbehörden und White House FIFA World Cup Task Force
US-Behörden stellen die Entscheidung als Sicherheitsurteil eines Gastgeberstaats dar, nicht als Fußballangelegenheit. U.S. Customs and Border Protection sagt, Zulässigkeitsentscheidungen würden im Einzelfall unter Nutzung von Informationen aus Strafverfolgung, Einwanderung und nationaler Sicherheit getroffen, während die Task Force des Weißen Hauses argumentiert, der Zugang zur Weltmeisterschaft könne die Grenzüberprüfung nicht außer Kraft setzen.
- FIFA und Turnierorganisatoren
Die stärkste institutionelle Position der FIFA ist, dass sie Offizielle ernennen und Spiele organisieren kann, eine Gastgeberregierung jedoch Visa und Einreise kontrolliert. FIFA erklärte, Gastgeberstaaten bestimmten letztlich auch bei früheren Veranstaltungen die Zulassung, was die Verantwortung für Artans Ausschluss von der Fußballverwaltung weg und hin zu den US-Einwanderungsbehörden verschiebt.
- Somalische Sportfunktionäre und Artans Unterstützer
Somalische Funktionäre und Artans Unterstützer sehen den Fall als schädliche Verweigerung eines historischen sportlichen Meilensteins. Sie argumentieren, Artan habe Turnierdokumente und ein gültiges Visum gehabt und sein Ausschluss könne eher Somalias Stellung in den US-Reisebeschränkungen widerspiegeln als eine öffentlich belegte individuelle Feststellung.
Sources & evidence
- Al Jazeera - Video: US defends visa denials at World Cup · 2026-06-12
- Associated Press - World Cup ref denied entry to the US was about to make history for Somalia · 2026-06-10
- The Guardian - Somali referee barred from US for World Cup is handed Super Cup final by Uefa · 2026-06-11
- White House - Restricting the Entry of Foreign Nationals to Protect the United States from Foreign Terrorists and Other · 2025-06-04
- Federal Register - Restricting the Entry of Foreign Nationals To Protect the United States From Foreign Terrorists and O · 2025-06-10
- FIFA - Final List of Match Officials FWC 2026 · 2026-04-09
- Justia U.S. Supreme Court Center - Trump v. Hawaii, 585 U.S. ___ (2018) · 2018-06-26
